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Bassompierres Geschichte von der schönen Krämerin
"Der Marschall von Bassompierre", sagte er, "erzählt sie in seinen
Memoiren; es sei mir erlaubt, in seinem Namen zu reden:
Seit fünf oder sechs Monaten hatte ich bemerkt, so oft ich über die
kleine Brücke ging-denn zu der Zeit war der Pont neuf noch nicht
erbauet-, daß eine schöne Krämerin, deren Laden an einem Schilde mit
zwei Engeln kenntlich war, sich tief und wiederholt vor mir neigte und
mir so weit nachsah, als sie nur konnte. Ihr Betragen fiel mir auf,
ich sah sie gleichfalls an und dankte ihr sorgfältig. Einst ritt ich
von Fontainebleau nach Paris, und als ich wieder die kleine Brücke
heraufkam, trat sie an ihre Ladentüre und sagte zu mir, indem ich
vorbeiritt: "Mein Herr, Ihre Dienerin!" Ich erwiderte ihren Gruß, und
indem ich mich von Zeit zu Zeit umsah, hatte sie sich weiter
vorgelehnt, um mir so weit als möglich nachzusehen.
Ein Bedienter nebst einem Postillon folgten mir, die ich noch diesen
Abend mit Briefen an einige Damen nach Fontainebleau zurückschicken
wollte. Auf meinen Befehl stieg der Bediente ab und ging zu der
jungen Frau, ihr in meinem Namen zu sagen, daß ich ihre Neigung, mich
zu sehen und zu grüßen, bemerkt hätte; ich wollte, wenn sie wünschte,
mich näher kennenzulernen, sie aufsuchen, wo sie verlangte.
Sie antwortete dem Bedienten, er hätte ihr keine bessere Neuigkeit
bringen können, sie wollte kommen, wohin ich sie bestellte, nur mit
der Bedingung, daß sie eine Nacht mit mir unter einer Decke zubringen
dürfte.
Ich nahm den Vorschlag an und fragte den Bedienten, ob er nicht etwa
einen Ort kenne, wo wir zusammenkommen könnten. Er antwortete,
daß er sie zu einer gewissen Kupplerin führen wollte, rate mir aber, weil
die Pest sich hier und da zeige, Matratzen, Decken und Leintücher aus
meinem Hause hinbringen zu lassen. Ich nahm den Vorschlag an, und
er versprach, mir ein gutes Bett zu bereiten.
Des Abends ging ich hin und fand eine sehr schöne Frau von ungefähr
zwanzig Jahren mit einer zierlichen Nachtmütze, einem sehr feinen
Hemde, einem kurzen Unterrocke von grünwollenem Zeuge. Sie hatte
Pantoffeln an den Füßen und eine Art von Pudermantel übergeworfen.
Sie gefiel mir außerordentlich, und da ich mir einige Freiheiten
herausnehmen wollte, lehnte sie meine Liebkosungen mit sehr guter Art
ab und verlangte, mit mir zwischen zwei Leintüchern zu sein. Ich
erfüllte ihr Begehren und kann sagen, daß ich niemals ein zierlicheres
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| | Siehe auch: | |
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