If there is anything to say about mankind ...
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Blood Money (Audio CD) ... There's nothing kind about man.

Diese Zeile aus dem ersten Stück der Platte, kann als Leitmotiv gelten. Tom Waits mag wohl keine pRosa Brillen, aber selbst für ihn ist die Lyrik von Blood Money arg finster.

"Misery is the river of the world" - so heisst das erste Stück - wird von einem der schwersten stampfenden Rythmen getragen, die Waits je verwendet hat. Da wird kein Beat ausgelassen. Zu diesem Rythmus verbreitet er mit seiner tiefsten Stimme seine Ansichten über die Welt ... ein eindrucksvoller Einstieg.

Nachdem stampfenden Marsch durchs erste Stück, wird im zweiten "Everything goes to hell anyway" der Rythmus komplett zwischen Congas und Basslinie (gespielt vom Bariton Sax) aufgelöst und das ganze von einem nicht rythmischen Gesang (nicht versetzt oder synkopisch, sonder tatsächlich nicht rythmischen) begleitet. Dazu den Takt zu klopfen erfordert schon eine gewisse Konzentration ... doch es wäre nicht Tom Waits, wenns nicht trotzdem grooven würde.

Das erste Stück deutet es mit seinem Rythmus schon an: Die ganze Platte geht - wie auch "Alice" - wieder stärker in Richtung von Waits gerühmten 80er Alben. Doch Waits hat sich seitdem natürlich weiter entwickelt.
Die characteristische Blues-Harp aus "Bone Machine" und "Mule Variations" hat auch hier wieder wichtige Soli. Der Sound der Platte wird überwiegend von diversen Instrumenten aus der Verwandschaft der Xylophone getragen, sowie von Bläsern. Die Bläser übernehmen insbesondere auch des öfteren die Basslinien.
Manche Bläsereinsetze muten fast ein wenig melancholisch südamerikanisch an - das ist eine neue Seite an Waits' Musik. Insgesamt ist die Musik aber Waits-typisch von Blues und Country Linien zusammen gehalten, mit den Waitschen/Weillschen schrägen Harmonien und Rythmen.

Waits Fans muss der Kauf eines Waits-Albums nicht empfohlen werden ... bleibt vielleicht an zu merken, dass ich "Blood Money" besser finde als "Alice", was wohl daran liegt, dass es rythmisch etwas mehr zu bieten hat - auf "Alice" überwiegen Balladen.
Waits Neulingen sei nicht von dem Album abgeraten - es ist ein sehr gutes Waits-Album - doch ist es sicher nicht das zugänglichste. Diesen Platz nimmt nun "Mule Variations" ein. Wer es mal mit Waits versuchen möchte, ohne aber irgendwo in den 70ern an zu fangen, für den ist "Mule Variations" nur zu empfehlen. Für Waits Fans sowie Fans progressiver Musik die keine Dissonanz mehr schrecken kann, ist "Blood Money" ein Fest, wie es nur Tom Waits ausrichten kann.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 16. Mai 2002
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